Erdaushubrechner: Aushub, Erdmenge und Transport berechnen
Berechne festes und gelockertes Aushubvolumen, Masse und benötigte LKW-Fahrten für Baugrube, Graben oder einfachen Aushub.
Auflockerung und Dichte sind projektabhängig. Die voreingestellten Werte sind nur Rechenbeispiele.
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Erdaushub berechnen: So funktioniert der Rechner
Mit dem Erdaushubrechner kannst du die Erdmenge für eine Baugrube, einen Graben oder einen einfachen rechteckigen Aushub berechnen. Neben dem eigentlichen Aushubvolumen in Kubikmetern zeigt der Rechner auch das gelockerte Bodenvolumen, das ungefähre Gewicht und die erforderliche Anzahl an LKW-Fahrten.
Das ist wichtig, weil aus beispielsweise 100 m³ gewachsenem Boden nach dem Ausheben nicht automatisch nur 100 m³ Transportvolumen entstehen. Durch das Lösen des Bodens vergrößert sich sein Volumen. Gleichzeitig bleibt die Masse grundsätzlich erhalten.
- festem Aushubvolumen im gewachsenen Boden,
- gelockertem Volumen für Abfuhr und Lagerung,
- Bodenmasse in Tonnen,
- Transportbedarf nach Volumen und Nutzlast.
Aushubvolumen in m³ berechnen
Bei einem einfachen rechteckigen Aushub wird das Volumen aus Länge, Breite und Tiefe berechnet.
Beispiel für einen einfachen Aushub
Eine rechteckige Grube ist 10 m lang, 8 m breit und 2 m tief.
Das feste Aushubvolumen beträgt damit 160 m³. Dieser Wert beschreibt zunächst das Volumen des Bodens vor dem Ausheben.
Baugrube mit Arbeitsraum berechnen
Bei einer Baugrube entsprechen Länge und Breite der Grube häufig nicht einfach den Außenmaßen des späteren Bauwerks. Rund um das Bauwerk kann zusätzlicher Arbeitsraum erforderlich sein.
Wird auf jeder Seite derselbe Arbeitsraum angesetzt, ergeben sich die Grubenmaße so:
Beispiel mit 60 cm Arbeitsraum
Das Bauwerk ist 10 m lang und 8 m breit. Als Rechenwert werden 0,60 m Arbeitsraum je Seite verwendet.
Bei 2 m Tiefe ergibt sich:
Das feste Aushubvolumen beträgt in diesem Beispiel 206,08 m³.
Arbeitsraum bei Baugruben richtig berücksichtigen
Bei Baugruben und Gräben kann zusätzlicher Arbeitsraum erforderlich sein, damit Arbeiten am Bauwerk überhaupt ausgeführt werden können. Welche Breite benötigt wird, hängt von der konkreten Baustellensituation und Ausführung ab.
Deshalb ist der Arbeitsraum im Rechner frei einstellbar und sollte nicht pauschal mit einem festen Wert für jedes Bauvorhaben angesetzt werden.
Erdaushub mit Böschung oder Aufweitung berechnen
Werden die Seiten einer Baugrube nicht senkrecht ausgeführt, sondern nach oben aufgeweitet, ist die Grube an der Oberkante größer als an der Sohle.
Ein einfaches Quader-Modell würde die Erdmenge in diesem Fall unterschätzen. Für eine rechteckige, gleichmäßig aufgeweitete Baugrube kann das Volumen als Pyramidenstumpf berechnet werden.
Dabei ist:
- A₁ die Fläche an der Grubensohle,
- A₂ die Fläche an der Grubenoberkante,
- h die Tiefe der Baugrube.
Der Rechner fragt bewusst nach der seitlichen Aufweitung und gibt nicht automatisch einen Böschungswinkel vor.
Graben berechnen
Für Leitungen, Drainagen, Fundamente oder andere Tiefbauarbeiten wird häufig ein Graben statt einer großen Baugrube benötigt.
Bei senkrechten Seiten gilt:
Beispiel
Ein Graben ist 20 m lang, 0,80 m breit und 1,50 m tief.
Das feste Aushubvolumen beträgt 24 m³.
Graben mit seitlicher Aufweitung berechnen
Ist ein Graben oben breiter als an der Sohle, entsteht im Querschnitt eine trapezförmige Fläche.
Dadurch lässt sich die zusätzliche Erdmenge berücksichtigen, die durch eine nach oben breiter werdende Grabenform entsteht.
Was bedeutet Auflockerung beim Erdaushub?
Boden liegt im natürlichen Zustand vergleichsweise dicht im Untergrund. Beim Ausheben wird dieses Gefüge gelöst. Zwischen den einzelnen Bodenbestandteilen entstehen größere Zwischenräume.
Das gelockerte Material beansprucht deshalb mehr Raum als der ursprüngliche gewachsene Boden.
Wird die Auflockerung als Prozentwert eingegeben, lautet die Berechnung:
Beispiel mit 25 % Auflockerung
Das feste Volumen beträgt 206,08 m³.
Für Lagerung oder Transport müssen in diesem Beispiel also etwa 257,60 m³ lockerer Boden berücksichtigt werden.
Welcher Auflockerungsfaktor ist richtig?
Einen einzigen Auflockerungsfaktor für alle Böden gibt es nicht. Der Wert hängt unter anderem von Bodenart, Feuchte, Kornstruktur, Verdichtung und Art des Aushubs ab.
Deshalb lässt sich der Wert im Erdaushubrechner frei einstellen. Ein Beispielwert wie 20 oder 25 % sollte nicht ungeprüft auf jedes Bauvorhaben übertragen werden.
Erdaushub in Tonnen berechnen
Für Entsorgung und LKW-Transport reicht das Volumen allein oft nicht aus. Fahrzeuge und Entsorgungsstellen arbeiten häufig auch mit Gewichtsgrenzen.
Die Masse kann aus dem festen Bodenvolumen und der Dichte des gewachsenen Bodens abgeschätzt werden.
Beispiel
Bei 206,08 m³ festem Boden und einer angenommenen Dichte von 1,80 t/m³ ergibt sich:
Die geschätzte Bodenmasse beträgt damit rund 370,94 Tonnen.
Die tatsächliche Dichte kann je nach Bodenart, Wassergehalt und Zustand deutlich abweichen.
Warum die Masse nicht mit dem lockeren Volumen berechnet wird
Die Auflockerung verändert hauptsächlich das Volumen des Bodens. Sie erzeugt keine zusätzliche Bodenmasse.
Deshalb verwendet der Rechner für die Masse das feste Volumen und die dazu passende Dichte des gewachsenen Bodens.
LKW-Fahrten für Erdaushub berechnen
Die Anzahl der erforderlichen LKW-Fahrten kann sowohl durch das Ladevolumen als auch durch die zulässige Nutzlast begrenzt werden.
Fahrten nach Volumen
Das Ergebnis wird auf die nächste ganze Fahrt aufgerundet.
Fahrten nach Gewicht
Für die Planung ist anschließend der größere der beiden Werte maßgebend.
Beispiel mit 12 m³ und 18 t pro Fahrt
Aus dem bisherigen Beispiel ergeben sich:
- 257,60 m³ lockeres Volumen
- 370,94 t Bodenmasse
- 12 m³ Ladevolumen pro LKW
- 18 t Nutzlast pro LKW
Damit sind in diesem Rechenbeispiel mindestens 22 Fahrten erforderlich.
Baugrube, Graben oder einfacher Aushub: Welcher Modus passt?
| Modus | Geeignet für | Besonderheit |
|---|---|---|
| Baugrube | Keller, Fundament, Pool, größere Bauwerke | Arbeitsraum und Aufweitung möglich |
| Graben | Leitungen, Drainage, Streifenarbeiten | Sohlenbreite und optionale Aufweitung |
| Einfacher Aushub | Rechteckige Erdmenge | Schnelle Länge × Breite × Tiefe Berechnung |
Komplettes Beispiel für eine Baugrube
Für eine Baugrube werden folgende Werte verwendet:
Erdaushub und Kubikmeter: Wo liegt der Unterschied?
Kubikmeter sind lediglich die Einheit für ein Volumen. Beim Erdaushub reicht eine reine Volumenberechnung jedoch häufig nicht aus.
Zusätzlich spielen Auflockerung, Bodendichte und Transportkapazität eine Rolle. Wenn du lediglich das geometrische Volumen bestimmen möchtest, eignet sich der Kubikmeter-Rechner .
Für Erdarbeiten ist dagegen der Erdaushubrechner die passendere Berechnung, weil er Transportvolumen und Bodenmasse zusätzlich berücksichtigt.
Erdaushub für ein Fundament berechnen
Soll ein Fundament hergestellt werden, ist die Aushubmenge nur ein Teil der Planung. Nach dem Aushub müssen unter anderem die eigentlichen Fundamentabmessungen und die benötigte Materialmenge bestimmt werden.
Dafür kannst du anschließend den Fundamentrechner verwenden.
Was beeinflusst die tatsächliche Aushubmenge?
Die reale Erdmenge auf einer Baustelle kann von einer einfachen Vorberechnung abweichen. Wichtige Einflussfaktoren sind unter anderem:
- tatsächliche Baugrubenabmessungen,
- Arbeitsraum,
- Böschung oder Verbau,
- unregelmäßiger Baugrund,
- zusätzlicher Oberbodenabtrag,
- Überaushub,
- Bodenauflockerung,
- Feuchte und Grundwasser,
- Boden, der auf dem Grundstück verbleibt.
Der Rechner liefert deshalb eine Mengenabschätzung auf Basis der eingegebenen Geometrie und Bodenwerte.
Erdaushub Kosten berechnen
Die Kosten für Erdarbeiten können je nach Boden, Region, Zugänglichkeit, Transportentfernung, Entsorgungsstelle und eventuell vorhandenen Belastungen stark variieren.
Aus diesem Grund verwendet der Rechner keine pauschalen Entsorgungspreise. Für eine belastbare Kalkulation sollten aktuelle Angebote für Aushub, Abfuhr und Annahme eingeholt werden.
Besonders bei großen Aushubmengen können bereits kleine Unterschiede beim Preis pro Tonne oder pro Fahrt erhebliche Auswirkungen auf die Gesamtkosten haben.
DIN 4124 bei Baugruben und Gräben
Die DIN 4124 befasst sich mit Baugruben und Gräben sowie deren Böschungen, Verbau und Arbeitsraumbreiten. Sie betrifft damit wesentlich mehr als die reine mathematische Volumenberechnung.
Ein Erdaushubrechner kann deshalb zwar Mengen berechnen, aber keine sichere Baugrubenausführung freigeben.
Häufige Fehler beim Erdaushub berechnen
Nur die Gebäudeabmessungen verwenden
Werden Länge und Breite des Bauwerks direkt als Grubenabmessungen verwendet, kann erforderlicher Arbeitsraum fehlen. Dadurch wird das Aushubvolumen unterschätzt.
Auflockerung vergessen
Festes Aushubvolumen und Transportvolumen sind nicht identisch. Gelockerter Boden benötigt in der Regel mehr Raum.
Gewicht aus dem lockeren Volumen berechnen
Wenn die Dichte für den gewachsenen Boden angegeben wurde, muss die Masse aus dem festen Volumen berechnet werden.
Nur die LKW-Kubikmeter beachten
Auch wenn der Boden volumetrisch in einen LKW passen würde, kann die zulässige Nutzlast bereits erreicht sein. Deshalb prüft der Rechner beide Grenzen.
Böschung wie einen Quader behandeln
Eine nach oben breiter werdende Baugrube besitzt mehr Volumen als ein Quader mit denselben Sohlenmaßen.
Standardwerte ungeprüft übernehmen
Auflockerung, Dichte und Arbeitsraum sind projektspezifische Größen. Für eine belastbare Planung sollten tatsächliche Werte verwendet werden.
Häufige Fragen zum Erdaushubrechner
Wie berechnet man Erdaushub?
Bei einem rechteckigen Aushub wird Länge × Breite × Tiefe gerechnet. Bei einer Baugrube kommen gegebenenfalls Arbeitsraum und seitliche Aufweitungen hinzu.
Wie viel Erdaushub sind 10 × 8 × 2 Meter?
Ohne zusätzlichen Arbeitsraum beträgt das Volumen 10 × 8 × 2 = 160 m³.
Wie berechnet man eine Baugrube mit Arbeitsraum?
Der Arbeitsraum wird auf beiden Seiten zur Länge und Breite hinzugerechnet. Bei 10 × 8 m Bauwerksmaß und 0,60 m Arbeitsraum entstehen beispielsweise 11,20 × 9,20 m Grubenmaße.
Was ist der Auflockerungsfaktor?
Der Auflockerungsfaktor beschreibt, um wie viel das Volumen eines Bodens nach dem Ausheben zunimmt. Ein Faktor von 1,25 entspricht beispielsweise einer Volumenzunahme von 25 %.
Wie rechne ich Erdaushub von m³ in Tonnen um?
Multipliziere das feste Bodenvolumen mit einer passenden Bodendichte:
Wie viele Tonnen sind 100 m³ Erde?
Das lässt sich ohne Kenntnis der Bodendichte nicht zuverlässig beantworten. Bei einer angenommenen Dichte von 1,8 t/m³ wären 100 m³ gewachsener Boden ungefähr 180 t.
Wie viele LKW braucht man für Erdaushub?
Dazu müssen sowohl das lockere Transportvolumen als auch die Masse mit Ladevolumen und Nutzlast des Fahrzeugs verglichen werden. Maßgebend ist die höhere Anzahl erforderlicher Fahrten.
Verändert die Auflockerung das Gewicht?
Nein. Die Auflockerung vergrößert hauptsächlich das Volumen. Die vorhandene Bodenmasse wird dadurch nicht größer.
Kann der Rechner einen sicheren Böschungswinkel bestimmen?
Nein. Ein sicherer Böschungswinkel hängt unter anderem von Bodenverhältnissen, Wasser, Lasten und Baustellensituation ab. Der Rechner verarbeitet nur eine vorgegebene seitliche Aufweitung.
Ist 60 cm Arbeitsraum immer ausreichend?
Nein. Welche Arbeitsraumbreite erforderlich ist, hängt von der konkreten Baugrube und Ausführung ab. Ein Wert von 60 cm darf daher nicht pauschal für jedes Projekt übernommen werden.
Fazit zum Erdaushubrechner
Mit dem Erdaushubrechner kannst du wesentlich mehr als nur Länge, Breite und Tiefe multiplizieren. Der Rechner unterscheidet zwischen gewachsenem und gelockertem Boden und berechnet zusätzlich Masse und Transportbedarf.
Besonders bei Baugruben solltest du Arbeitsraum und gegebenenfalls eine seitliche Aufweitung berücksichtigen. Für die Transportplanung sind sowohl LKW-Ladevolumen als auch zulässige Nutzlast relevant.
Die Ergebnisse eignen sich zur Mengenplanung und ersten Kalkulation. Die sichere Ausführung einer Baugrube oder eines Grabens muss jedoch separat fachlich geprüft werden.
Weitere hilfreiche Werkzeuge findest du unter Bauen & Renovieren .
