Überstunden auszahlen Rechner 2026 – mit Zuschlägen & Netto
Auszahlung sofort berechnen · Nacht-, Sonntags- & Feiertagszuschläge · Brutto & Netto
Tragen Sie die Anzahl Überstunden je Zuschlagsart ein. Steuerfreie Zuschläge werden separat ausgewiesen.
Überstunden auszahlen: Rechtliche Grundlagen
Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf Auszahlung von Überstunden. Der Anspruch entsteht nur durch Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung. Fehlt eine solche Regelung, schuldet der Arbeitgeber grundsätzlich keinen Zuschlag.
Auszahlung vs. Freizeitausgleich
| Kriterium | Auszahlung | Freizeitausgleich |
|---|---|---|
| Steuerpflicht | Steuerpflichtig | Steuerfrei |
| SV-Pflicht | SV-pflichtig | Keine SV-Abgaben |
| Sofortige Liquidität | Ja | Nein |
| Zeitvorteil | Nein | Mehr Freizeit |
| Ohne Vertrag möglich? | Nein | Oft ja |
Steuerfreie Zuschläge nach § 3b EStG
| Zuschlagsart | Steuerfreie Grenze | Bemessungsgrundlage |
|---|---|---|
| Nachtarbeit (21–6 Uhr) | 25 % | Grundlohn max. 50 €/Std. |
| Sonntagsarbeit | 50 % | Grundlohn max. 50 €/Std. |
| Feiertagsarbeit | 125 % | Grundlohn max. 50 €/Std. |
| 24./25./26.12 und 1.1. | 150 % | Grundlohn max. 50 €/Std. |
| Nacht + Sonntag | bis 75 % | Kombinationsregelung |
Verjährung und Ausschlussfristen
Überstundenvergütungsansprüche verjähren nach 3 Jahren (§ 195 BGB), beginnend am Jahresende. Tarifverträge sehen oft kürzere Ausschlussfristen von 2 bis 6 Monaten vor. Wer nicht rechtzeitig geltend macht, verliert den Anspruch.
Mit dem Überstunden auszahlen Rechner sehen Sie sofort, was von Ihrer Überstundenauszahlung nach Steuern übrig bleibt. Stundenlohn, Zuschlag und Steuerklasse eingeben, Netto ablesen.
Überstunden auszahlen klingt einfach. Tatsächlich hängt das Netto von vielen Faktoren ab. Steuerklasse, Kirchensteuer, Sozialabgaben und der Zuschlagsatz beeinflussen das Ergebnis stark.
Wie die Überstundenvergütung berechnet wird
Der Brutto-Stundenlohn ergibt sich aus dem Monatsgehalt geteilt durch die monatlichen Arbeitsstunden. Die Formel lautet:
Stundenlohn = Bruttomonatsgehalt ÷ (Wochenstunden × 52 ÷ 12)
Bei 3.500 Euro Monatsgehalt und 40 Stunden Woche ergibt das rund 20,19 Euro pro Stunde.
Darauf kommt der Überstundenzuschlag. 25 Prozent, 50 Prozent oder 100 Prozent, je nach Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag. Der Rechner zeigt beide Werte: Brutto und Netto.
Überstunden auszahlen Rechner – Lohnt sich die Auszahlung?
Die Frage stellen viele. Die Antwort hängt von der Steuerklasse ab.
Überstunden werden wie normaler Arbeitslohn besteuert. Das Finanzamt wendet die Jahresbetrachtungsmethode an. Wer bereits ein hohes Jahreseinkommen hat, zahlt auf den Auszahlungsbetrag den Spitzensteuersatz.
In Steuerklasse 1 bleiben von 1.000 Euro Überstunden-Brutto ungefähr 580 bis 650 Euro netto übrig. In Steuerklasse 3 entsprechend mehr, in Steuerklasse 5 deutlich weniger.
Freizeitausgleich ist steuerlich besser. Wer Zeit statt Geld nimmt, zahlt nichts. Wer die Liquidität braucht, nimmt die Auszahlung und akzeptiert die Abzüge.
Steuerfreie Zuschläge: Nacht, Sonntag, Feiertag
Bestimmte Zuschläge sind nach § 3b EStG steuerfrei und sozialversicherungsfrei. Das ist ein oft übersehener Vorteil.
- Nachtarbeit (21 bis 6 Uhr): 25 Prozent des Grundlohns steuerfrei
- Sonntagsarbeit: 50 Prozent steuerfrei
- Feiertagsarbeit: 125 Prozent steuerfrei
- Heiligabend, 25./26. Dezember und 1. Januar: 150 Prozent steuerfrei
Die Steuerfreiheit gilt nur bis zu einem Grundlohn von 50 Euro pro Stunde. Darüber hinaus werden die Zuschläge voll besteuert.
Wer Nacht- und Sonntagsarbeit leistet, kann Zuschläge bis zu 75 Prozent kombiniert steuerfrei erhalten.
Kündigung und Überstunden: Was passiert mit dem Konto?
Bei Kündigung werden Überstunden entweder abgefeiert oder ausgezahlt. Der Anspruch bleibt bestehen, unabhängig davon, wer kündigt.
Viele Arbeitgeber bevorzugen Freizeitausgleich vor der Kündigung, um Auszahlungskosten zu sparen. Das ist grundsätzlich zulässig, sofern genug Zeit bleibt.
Ist das Arbeitsverhältnis bereits beendet und der Abbau nicht mehr möglich, muss der Arbeitgeber auszahlen. Gleiches gilt, wenn das Arbeitszeitkonto bei Vertragsende noch Guthaben zeigt.
Läuft gleichzeitig Urlaub ab, werden beide Ansprüche separat berechnet und ausgezahlt. Den Urlaubsabgeltungsanspruch ermitteln Sie mit dem Urlaubstage auszahlen Rechner.
Muss der Arbeitgeber Überstunden auszahlen?
Kein Gesetz verpflichtet Arbeitgeber automatisch zur Auszahlung. Der Anspruch entsteht nur durch Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung.
Fehlt eine solche Regelung, schuldet der Arbeitgeber in der Regel keinen Zuschlag. Trotzdem gilt: Wenn Überstunden geduldet oder angeordnet wurden, entsteht ein Vergütungsanspruch.
Wichtig ist die Ausschlussfrist. Viele Tarifverträge sehen 2 bis 6 Monate vor. Wer nicht rechtzeitig schriftlich Ansprüche geltend macht, verliert sie.
TVöD und öffentlicher Dienst
Im TVöD und TV-L gelten eigene Überstundenregelungen. Überstunden werden dort nach Stunden und Zuschlagsstufen vergütet, die im Tarifvertrag festgelegt sind.
Im öffentlichen Dienst haben Beschäftigte oft Anspruch auf Freizeitausgleich zuerst. Auszahlung erfolgt nur, wenn Abbau bis zum Jahresende nicht möglich war.
Beamte haben keinen Anspruch auf Überstundenvergütung im klassischen Sinne. Sie erhalten ab einer bestimmten Stundenzahl Freizeitausgleich nach den Beamtengesetzen der Länder.
Minijob und Überstunden
Auch Minijobber haben Anspruch auf Überstundenvergütung, wenn der Vertrag es vorsieht. Die Auszahlung unterliegt der Pauschalversteuerung durch den Arbeitgeber.
Steuerfreie Zuschläge für Nacht- und Sonntagsarbeit gelten auch im Minijob. Der Arbeitnehmer zahlt darauf keine Lohnsteuer.
Wichtig: Überstunden dürfen die 603-Euro-Grenze nicht dauerhaft übersteigen. Sonst verliert der Minijob-Status seine Gültigkeit.
Wie viele Überstunden lohnt es sich auszahlen zu lassen?
Das hängt vom persönlichen Steuersatz ab. Ein konkretes Beispiel zeigt den Unterschied.
Bei 20 Überstunden, 20 Euro Stundenlohn und Steuerklasse 1 bleiben netto rund 230 Euro übrig. Bei Freizeitausgleich hätten Sie 20 Stunden frei, ohne Abzüge.
Ab einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent lohnt sich die Auszahlung kaum noch. Der Rechner zeigt Ihnen den genauen Nettobetrag für Ihre Situation.
Antrag auf Auszahlung: So gehen Sie vor
Es gibt keinen gesetzlich vorgeschriebenen Antrag. Ein formloses Schreiben genügt. Wichtig sind Datum, Anzahl der Überstunden und der Zeitraum, auf den sie sich beziehen.
Verlangen Sie eine schriftliche Bestätigung. Das sichert Ihren Anspruch, falls später Uneinigkeit entsteht.
Häufige Fragen
Fazit
Ob sich Überstunden auszahlen lässt, hängt vom Steuersatz und vom persönlichen Bedarf ab. Steuerfreie Zuschläge für Nacht- und Feiertagsarbeit sind ein echter Vorteil, den viele nicht kennen.
Unser Überstunden auszahlen Rechner zeigt das Netto sofort, inklusive aller Zuschläge und Steuerklassen. Zahlen eingeben, Ergebnis ablesen. Weitere Rechner rund um Arbeitszeit und Vergütung finden Sie unter Arbeit & Zeit.
