💼 Kurzarbeitergeld Rechner

KUG berechnen · Netto-Soll & Netto-Ist · Bezugsdauer · ergänzende Hilfen

Welche Werte kennst du?
Nettogehalt ohne Kurzarbeit
Nettogehalt während Kurzarbeit
Bruttogehalt ohne Kurzarbeit
Bruttogehalt während Kurzarbeit
für die Schätzung
Hinweis: Diese Berechnung nutzt eine vereinfachte Lohnsteuer-Schätzung. Für ein exaktes Ergebnis wähle oben „Nettogehalt bekannt“ und trage die Werte aus deiner Gehaltsabrechnung ein.
Kurzarbeitergeld pro Monat
Gesamt-Netto mit KUG
Verbleibender Ausfall
Rechenweg
Netto-Soll
Netto-Ist
Nettoentgeltdifferenz
Leistungssatz
Kurzarbeitergeld
Wichtig: Diese Berechnung ist eine Orientierungshilfe, keine Sozial- oder Steuerberatung. Maßgeblich ist die Berechnung der Agentur für Arbeit.
Bezugsdauer und aktuelle Sonderregeln
Reguläre Bezugsdauer, 12 Monate
Kurzarbeitergeld kann grundsätzlich längstens 12 Monate bezogen werden. Wird die Kurzarbeit für mindestens 3 Monate unterbrochen und danach erneut nötig, beginnt die Frist neu.
Aktuelle Sonderregelung, bis zu 24 Monate
Vom 1. Januar 2025 bis längstens 31. Dezember 2026 gilt eine verlängerte Bezugsdauer von bis zu 24 Monaten. Ab dem 1. Januar 2027 gilt wieder die reguläre Dauer von 12 Monaten.
Saison-Kurzarbeitergeld
Gilt für Baubetriebe in der Schlechtwetterzeit, wenn witterungsbedingt oder wegen Auftragsmangel nicht gearbeitet werden kann.
Transfer-Kurzarbeitergeld
Kann bei betrieblichen Umstrukturierungen genutzt werden, um Entlassungen zu vermeiden und die Vermittlung in neue Arbeitsverhältnisse zu fördern.
Voraussetzungen für Kurzarbeit
Der Arbeitsausfall muss vorübergehend und unvermeidbar sein. Mindestens ein Drittel der Beschäftigten muss betroffen sein, mit jeweils mindestens 10 % Entgeltausfall. Der Arbeitgeber muss die Kurzarbeit der Agentur für Arbeit anzeigen.
Achtung: Sonderregeln aus der Corona-Zeit (2020-2022), etwa die abgesenkte Betroffenheitsgrenze von 10 %, gelten heute nicht mehr. Aktuell greifen wieder die regulären Voraussetzungen.
Kurzarbeitergeld-Rechner · rechneneinfach.de Keine Sozialberatung · kostenlos

Kurzarbeitergeld: Höhe, Voraussetzungen und Berechnung einfach erklärt

Der Betrieb kündigt Kurzarbeit an und sofort stellt sich dieselbe Frage. Wie viel Geld bleibt am Ende wirklich übrig.

Kurzarbeitergeld soll genau diese Lücke schließen, zumindest teilweise. Es ersetzt einen Teil des ausgefallenen Nettoentgelts und sichert gleichzeitig den Arbeitsplatz.

In diesem Text lernst du die Voraussetzungen, die genaue Höhe und den kompletten Ablauf der Beantragung kennen. Am Ende weißt du auch, wie sich Steuer, Sozialabgaben und Sonderfälle auf dein Einkommen auswirken.

Was ist Kurzarbeitergeld

Kurzarbeitergeld ist eine staatliche Lohnersatzleistung der Bundesagentur für Arbeit. Sie greift, wenn ein Betrieb die Arbeitszeit vorübergehend kürzen muss.

Definition und Zweck der Leistung

Ziel ist es, den Verdienstausfall zumindest teilweise auszugleichen. Gleichzeitig sollen Entlassungen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten vermieden werden.

Statt Mitarbeitende zu kündigen, reduziert der Betrieb die Arbeitszeit und meldet dies der Agentur für Arbeit.

Wer zahlt das Kurzarbeitergeld wirklich

Ausgezahlt wird die Leistung vom Arbeitgeber, nicht direkt von der Agentur für Arbeit. Der Arbeitgeber tritt zunächst in Vorleistung.

Anschließend rechnet er das Geld mit der Agentur für Arbeit ab. Rechtlich gilt das als Erstattungsleistung an den Betrieb.

Abkürzung KUG einfach erklärt

In vielen Formularen und Merkblättern taucht die Abkürzung KUG auf. Sie steht schlicht für Kurzarbeitergeld und wird häufig synonym verwendet.

Was ist Kurzarbeitergeld

Kurzarbeitergeld ist eine staatliche Lohnersatzleistung der Bundesagentur für Arbeit. Sie greift, wenn ein Betrieb die Arbeitszeit vorübergehend kürzen muss.

Definition und Zweck der Leistung

Ziel ist es, den Verdienstausfall zumindest teilweise auszugleichen. Gleichzeitig sollen Entlassungen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten vermieden werden.

Statt Mitarbeitende zu kündigen, reduziert der Betrieb die Arbeitszeit und meldet dies der Agentur für Arbeit.

Wer zahlt das Kurzarbeitergeld wirklich

Ausgezahlt wird die Leistung vom Arbeitgeber, nicht direkt von der Agentur für Arbeit. Der Arbeitgeber tritt zunächst in Vorleistung.

Anschließend rechnet er das Geld mit der Agentur für Arbeit ab. Rechtlich gilt das als Erstattungsleistung an den Betrieb.

Abkürzung KUG einfach erklärt

In vielen Formularen und Merkblättern taucht die Abkürzung KUG auf. Sie steht schlicht für Kurzarbeitergeld und wird häufig synonym verwendet.

Ablauf der Beantragung

Der gesamte Prozess läuft in mehreren klar getrennten Schritten ab. Als Arbeitnehmer musst du dabei selbst kaum aktiv werden.

Wer stellt den Antrag auf Kurzarbeitergeld

Der Arbeitgeber oder der Betriebsrat zeigt den Arbeitsausfall zunächst bei der Agentur für Arbeit an. Erst danach folgt der eigentliche Leistungsantrag.

Beschäftigte müssen in der Regel selbst keinen separaten Antrag stellen.

Formular und Antragsweg bei der Agentur für Arbeit

Für die Anzeige und den späteren Antrag stehen offizielle Formulare der Bundesagentur für Arbeit bereit. Diese lassen sich meist online ausfüllen.

Der Arbeitgeber reicht die notwendigen Angaben direkt über das Portal der Agentur ein.

Dokumente hochladen im Online-Portal der Bundesagentur

Viele Nachweise lassen sich mittlerweile digital übermitteln. Das Hochladen von Dokumenten spart Zeit gegenüber dem klassischen Postweg.

  • Anzeige des Arbeitsausfalls
  • Nachweise zur Betriebsvereinbarung oder tariflichen Grundlage
  • Abrechnungslisten für den späteren Leistungsantrag

Ablehnung durch die Agentur für Arbeit, mögliche Gründe

Nicht jeder Antrag wird automatisch bewilligt. Fehlen Voraussetzungen wie die Drittel-Grenze oder eine gültige Vereinbarung, kann die Agentur ablehnen.

Auch unvollständige oder verspätete Anzeigen führen häufig zu Verzögerungen oder einer Ablehnung.

Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld

Die Höhe richtet sich nicht nach dem Bruttogehalt, sondern nach dem tatsächlichen Nettoausfall. Zwei feste Prozentsätze bestimmen dabei das Ergebnis.

Leistungssatz 60 Prozent ohne Kind

Ohne Kinderfreibetrag auf der Lohnsteuerkarte gilt der allgemeine Leistungssatz. Er beträgt 60 Prozent der ausgefallenen Nettoentgeltdifferenz.

Dieser Satz betrifft die Mehrheit der Beschäftigten ohne Kinder im Haushalt.

Leistungssatz 67 Prozent mit Kinderfreibetrag

Ist auf der Lohnsteuerkarte ein Kinderfreibetrag von mindestens 0,5 eingetragen, erhöht sich der Satz auf 67 Prozent. Der Unterschied wirkt sich spürbar auf das Endergebnis aus.

Nettoentgeltdifferenz als Berechnungsgrundlage

Die Nettoentgeltdifferenz ergibt sich aus dem Unterschied zwischen Netto-Sollentgelt und Netto-Istentgelt. Beide Werte beziehen sich auf denselben Monat.

Das Sollentgelt beschreibt das reguläre Nettoeinkommen ohne Kurzarbeit, das Istentgelt das tatsächliche Einkommen während der Kurzarbeit.

Beitragsbemessungsgrenze bei der Berechnung

Für die Berechnung wird das Sollentgelt nur bis zu einer bestimmten Grenze berücksichtigt. Diese Beitragsbemessungsgrenze liegt 2026 bei 8.450 Euro monatlich.

Verdienste oberhalb dieser Grenze fließen nicht zusätzlich in die Berechnung ein.

Kurzarbeitergeld berechnen, Schritt für Schritt

Die Berechnung folgt einem festen Ablauf, sobald alle Ausgangswerte bekannt sind. Vier Schritte reichen für ein vollständiges Ergebnis aus.

Netto-Sollentgelt und Netto-Istentgelt ermitteln

Zuerst wird das reguläre Nettoeinkommen ohne Kurzarbeit ermittelt, das Sollentgelt. Danach folgt das tatsächliche Nettoeinkommen während der Kurzarbeit, das Istentgelt.

Beide Werte lassen sich aus der Gehaltsabrechnung oder mit einer vereinfachten Schätzung ableiten.

Differenz bilden und Leistungssatz anwenden

Aus beiden Werten wird die Nettoentgeltdifferenz gebildet. Darauf wird anschließend der passende Leistungssatz von 60 oder 67 Prozent angewendet.

Das Ergebnis dieser Rechnung ist der monatliche Auszahlungsbetrag.

Rechenbeispiel mit konkreten Zahlen

Bei einem Sollentgelt von 2.085 Euro und einem Istentgelt von 1.170 Euro entsteht eine Differenz von 915 Euro.

Ohne Kinderfreibetrag ergeben sich daraus rund 549 Euro Kurzarbeitergeld. Das Gesamteinkommen liegt damit bei etwa 1.719 Euro netto.

Besonderheiten bei Stundenlohn, Provision und Schichtarbeit

Bei variablen Vergütungsmodellen wird häufig ein Durchschnittswert herangezogen. Das gilt besonders für Stundenlohn, Provisionen oder wechselnde Schichtzulagen.

  • Stundenlohn: Durchschnitt der letzten Monate oft als Grundlage
  • Provision: variable Anteile werden anteilig berücksichtigt
  • Schichtarbeit: Zulagen fließen meist anteilig in die Berechnung ein

Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld

Wie lange diese Leistung gezahlt wird, ist gesetzlich klar geregelt. Aktuell gibt es dabei jedoch eine wichtige Abweichung von der Normalregel.

Reguläre Bezugsdauer von 12 Monaten

Grundsätzlich kann Kurzarbeitergeld längstens 12 Monate lang bezogen werden. Diese Grenze gilt pro zusammenhängendem Zeitraum der Kurzarbeit.

Aktuelle Sonderregelung bis zu 24 Monaten

Vom 1. Januar 2025 bis längstens 31. Dezember 2026 gilt eine verlängerte Bezugsdauer. In dieser Zeit sind bis zu 24 Monate möglich.

Diese Sonderregelung reagiert auf eine angespanntere Lage am Arbeitsmarkt.

Was nach der Sonderregelung 2027 wieder gilt

Ab dem 1. Januar 2027 greift wieder die reguläre Bezugsdauer von maximal 12 Monaten. Die aktuelle Ausnahme ist also zeitlich klar befristet.

Unterbrechung und erneute Anzeige der Kurzarbeit

Wird die Kurzarbeit für mindestens drei zusammenhängende Monate unterbrochen, beginnt bei erneutem Bedarf ein neues Verfahren. Der Arbeitgeber muss die Kurzarbeit dann erneut anzeigen.

Kurze Unterbrechungen durch einzelne Aufträge zählen dabei in der Regel nicht als vollständige Beendigung.

Saison-Kurzarbeitergeld und Transfer-Kurzarbeitergeld

Neben der klassischen Kurzarbeit gibt es zwei besondere Varianten. Beide folgen eigenen Regeln und richten sich an unterschiedliche Situationen.

Saison-Kurzarbeitergeld im Baugewerbe

Diese Form betrifft vor allem Baubetriebe während der Schlechtwetterzeit. Sie greift, wenn witterungsbedingt oder wegen Auftragsmangel nicht gearbeitet werden kann.

Ziel ist es, saisonale Beschäftigung im Bau über die kalte Jahreszeit hinweg zu sichern.

Transfer-Kurzarbeitergeld bei Umstrukturierung

Transfer-Kurzarbeitergeld kommt bei größeren betrieblichen Umstrukturierungen zum Einsatz. Es soll Entlassungen vermeiden und die Vermittlung in neue Arbeitsverhältnisse fördern.

Häufig läuft diese Form über eigene Transfergesellschaften, die Beschäftigte während der Übergangszeit begleiten.

Aufstockung und Zuschuss zum Kurzarbeitergeld

Viele Beschäftigte erhalten am Ende mehr als den gesetzlichen Leistungssatz. Der Grund dafür liegt in freiwilligen oder tariflichen Zuschüssen.

Freiwillige Aufstockung durch den Arbeitgeber

Manche Arbeitgeber zahlen zusätzlich zum Kurzarbeitergeld einen eigenen Zuschuss. Das erhöht das monatliche Gesamteinkommen spürbar über den gesetzlichen Satz hinaus.

Eine Pflicht dazu besteht grundsätzlich nicht, es sei denn, es existiert eine entsprechende Vereinbarung.

Tarifvertragliche Aufstockungsregelungen

In vielen Branchen legen Tarifverträge feste Aufstockungssätze fest. Diese können je nach Branche und Gewerkschaft unterschiedlich hoch ausfallen.

Solche Regelungen finden sich häufig in Tarifverträgen der Metall- und Elektroindustrie oder verwandter Branchen.

Wie sich eine Aufstockung auf das Gesamteinkommen auswirkt

Die Aufstockung wird in der Regel zusätzlich zum berechneten Kurzarbeitergeld ausgezahlt. Dadurch steigt das tatsächliche Nettoeinkommen während der Kurzarbeit.

Wichtig ist, dass sich Steuer und Sozialabgaben auf den Zuschuss anders auswirken können als auf das Kurzarbeitergeld selbst.

Kurzarbeitergeld und Steuer

Diese Leistung ist offiziell steuerfrei, wirkt sich aber trotzdem auf die Steuerlast aus. Genau dieser Punkt sorgt regelmäßig für Verwirrung.

Steuerfrei, aber mit Progressionsvorbehalt

Kurzarbeitergeld selbst wird nicht direkt besteuert. Es unterliegt jedoch dem sogenannten Progressionsvorbehalt.

Dadurch erhöht sich der Steuersatz auf das übrige zu versteuernde Einkommen, obwohl die Leistung selbst steuerfrei bleibt.

Steuererklärungspflicht ab 410 Euro im Kalenderjahr

Wer im Kalenderjahr mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld und ähnliche Lohnersatzleistungen erhält, muss eine Steuererklärung abgeben. Diese Pflicht entsteht unabhängig vom sonstigen Einkommen.

Kurzarbeitergeld in der Steuererklärung eintragen

Die Höhe des erhaltenen Kurzarbeitergeldes geht aus der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung hervor. Diese Angabe überträgt das Finanzamt automatisch in die Veranlagung.

Eine gesonderte Berechnung durch den Steuerpflichtigen selbst ist normalerweise nicht nötig.

Warum eine Steuernachzahlung entstehen kann

Durch den Progressionsvorbehalt steigt der Steuersatz auf das reguläre Einkommen des Jahres. Das kann am Jahresende zu einer Nachzahlung führen.

  • Steuersatz wird auf Basis des gesamten Jahreseinkommens neu berechnet
  • Kurzarbeitergeld selbst bleibt dabei steuerfrei
  • Nachzahlung betrifft nur das übrige, tatsächlich versteuerte Einkommen

Sozialabgaben während der Kurzarbeit

Auch wenn das Gehalt sinkt, laufen Sozialabgaben nicht einfach in gleichem Maß weiter. Eine besondere Berechnungsgrundlage kommt hier zum Einsatz.

Fiktives Entgelt als Berechnungsgrundlage

Für Sozialabgaben wird nicht das tatsächlich reduzierte Gehalt herangezogen. Stattdessen gilt ein fiktives Entgelt als Grundlage.

Dieses fiktive Entgelt entspricht üblicherweise 80 Prozent des regulären Bruttoverdienstes vor der Kurzarbeit.

Wer trägt die Sozialabgaben auf das Kurzarbeitergeld

Die auf das Kurzarbeitergeld entfallenden Sozialabgaben trägt allein der Arbeitgeber. Beschäftigte zahlen weiterhin nur ihren üblichen Anteil für den tatsächlich gearbeiteten Lohnanteil.

Diese Regelung entlastet Arbeitnehmer während der Kurzarbeit spürbar bei den laufenden Abzügen.

Kurzarbeitergeld in besonderen Situationen

Nicht jede Lebenslage während der Kurzarbeit verläuft nach dem klassischen Muster. Einige Sonderfälle verdienen einen genaueren Blick.

Kurzarbeitergeld bei Krankheit

Wird jemand nach Beginn der Kurzarbeit krank, wird das Kurzarbeitergeld für bis zu sechs Wochen weitergezahlt. Erkrankt die Person schon vor Anmeldung der Kurzarbeit, gilt stattdessen Krankengeld.

Kurzarbeitergeld und Urlaub

Bereits geplanter und genehmigter Urlaub bleibt von der Kurzarbeit meist unberührt. Während des Urlaubs wird regulär weitergezahlt, nicht das reduzierte Kurzarbeitergeld.

Nebentätigkeit und Minijob während der Kurzarbeit

Entscheidend ist, ob die Nebentätigkeit bereits vor der Kurzarbeit bestand. Eine bereits laufende Tätigkeit bleibt in der Regel unberücksichtigt.

  • Nebentätigkeit vor Kurzarbeit gestartet: keine Anrechnung auf das Kurzarbeitergeld
  • Nebentätigkeit erst während der Kurzarbeit aufgenommen: Anrechnung auf das Kurzarbeitergeld
  • Erweiterung einer bestehenden Tätigkeit: ebenfalls anrechnungsrelevant

Kurzarbeitergeld bei Gesellschafter-Geschäftsführern

Für Gesellschafter-Geschäftsführer gelten besondere sozialversicherungsrechtliche Regeln. Ob überhaupt ein Anspruch besteht, hängt stark von der individuellen Beteiligung und Weisungsgebundenheit ab.

Firmenwagen und Dienstwagen während der Kurzarbeit

Ein geldwerter Vorteil durch einen Firmenwagen bleibt auch während der Kurzarbeit relevant. Er fließt weiterhin in die Berechnung des Bruttoeinkommens ein.

Kurzarbeitergeld und andere Leistungen

Diese Leistung steht selten völlig isoliert da. Sie beeinflusst andere Ansprüche und wird selbst von manchen Situationen beeinflusst.

Auswirkung auf einen späteren Elterngeld-Anspruch

Elterngeld richtet sich nach dem zuletzt erzielten Erwerbseinkommen vor der Geburt. Kurzarbeitergeld selbst zählt dabei nicht als Erwerbseinkommen.

Wer während der Bemessungszeit in Kurzarbeit war, muss deshalb oft mit einem spürbar niedrigeren Elterngeld rechnen.

Ergänzende Hilfen bei zu niedrigem Kurzarbeitergeld

Reicht das Einkommen trotz Kurzarbeitergeld nicht aus, kommen weitere Leistungen infrage. Kinderzuschlag und Wohngeld gelten dabei meist als vorrangig.

  • Kinderzuschlag für Familien mit geringem Einkommen und Kindern
  • Wohngeld als Zuschuss zu den Wohnkosten
  • Grundsicherung, wenn andere Hilfen nicht ausreichen

Übergang zu Arbeitslosengeld bei Kündigung

Wird trotz Kurzarbeit später doch gekündigt, wechselt der Anspruch zu Arbeitslosengeld. Die vorherige Kurzarbeitsphase wirkt sich dabei nicht negativ auf die Anspruchsdauer aus.

Kurzarbeitergeld zurückzahlen

In den meisten Fällen bleibt es bei einer einmaligen Zahlung ohne weitere Folgen. Manchmal entsteht jedoch nachträglich eine Rückzahlungspflicht.

Wann eine Rückzahlung überhaupt entsteht

Eine Rückzahlung betrifft in der Regel den Arbeitgeber, nicht direkt die einzelnen Beschäftigten. Sie entsteht meist erst nach einer nachträglichen Prüfung durch die Agentur für Arbeit.

Stellt sich heraus, dass zu viel gezahlt wurde, fordert die Agentur den überzahlten Betrag zurück.

Typische Ursachen für Nachforderungen der Agentur für Arbeit

Verschiedene Fehler in der ursprünglichen Berechnung können später zu Nachforderungen führen.

  • Falsch angegebene Arbeitsausfallzeiten im Antrag
  • Nicht gemeldete Nebeneinkünfte während der Kurzarbeit
  • Fehler in der Abrechnungsliste des Arbeitgebers
  • Nachträglich korrigierte Bruttolöhne, die die Berechnung verändern

Eine sorgfältige, korrekte Dokumentation von Anfang an verhindert die meisten dieser Nachforderungen zuverlässig.

Typische Fehler bei Kurzarbeitergeld vermeiden

Manche Fehler tauchen bei Kurzarbeitergeld immer wieder auf. Ein Blick auf die häufigsten Stolperfallen hilft, sie künftig zu vermeiden.

  • Voraussetzungen wie die Drittel-Grenze nicht sorgfältig genug prüfen
  • Nebentätigkeit während der Kurzarbeit falsch oder gar nicht angeben
  • Fristen für die Anzeige des Arbeitsausfalls überschreiten
  • Beitragsbemessungsgrenze bei der Berechnung übersehen
  • Progressionsvorbehalt bei der Steuerplanung komplett ignorieren

Eine kurze Kontrolle der eigenen Angaben deckt die meisten dieser Fehler frühzeitig auf.

Kurzarbeitergeld-Rechner von rechneneinfach.de nutzen

Nach der Theorie folgt die praktische Berechnung. Wer schnell und zuverlässig rechnen möchte, findet hier das passende Werkzeug.

Nettogehalt bekannt, exakte Berechnung

Kennst du dein Netto-Sollentgelt und dein Netto-Istentgelt bereits aus der Gehaltsabrechnung, liefert der Rechner ein exaktes Ergebnis. Diese Variante gilt als genaueste Methode.

Der Kurzarbeitergeld-Rechner zeigt dabei Nettoentgeltdifferenz, Leistungssatz und den vollständigen Auszahlungsbetrag auf einen Blick.

Nur Bruttogehalt bekannt, schnelle Schätzung

Ist nur das Bruttogehalt bekannt, bietet der Rechner eine vereinfachte Schätzung anhand der Steuerklasse. Diese Variante eignet sich für eine erste grobe Orientierung.

Für ein exaktes Ergebnis lohnt sich später der Blick in die tatsächliche Gehaltsabrechnung.

Häufige Fragen

Wie hoch ist Kurzarbeitergeld 2026?
60 Prozent der Nettoentgeltdifferenz ohne Kind, 67 Prozent mit Kinderfreibetrag auf der Lohnsteuerkarte.

Wird Kurzarbeitergeld versteuert?
Direkt nicht, es unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt und kann den Steuersatz auf anderes Einkommen erhöhen.

Wie lange kann man Kurzarbeitergeld beziehen?
Regulär 12 Monate, aktuell bis Ende 2026 durch Sonderregelung bis zu 24 Monate möglich.

Was passiert bei Krankheit während der Kurzarbeit?
Bis zu sechs Wochen wird weiterhin gezahlt, sofern die Krankheit erst nach Beginn der Kurzarbeit eintritt.

Muss man Kurzarbeitergeld unter bestimmten Umständen zurückzahlen?
Nur bei nachträglich festgestellten Fehlern in der Berechnung, betroffen ist dabei meist der Arbeitgeber.

Fazit

Kurzarbeitergeld hängt von klaren Regeln ab, sobald man Voraussetzungen, Leistungssatz und Bezugsdauer einmal verstanden hat. Nettoentgeltdifferenz und Kinderfreibetrag entscheiden dabei über die tatsächliche Höhe.

Aufstockung, Steuer und Sozialabgaben verändern das Gesamtbild zusätzlich, oft stärker als erwartet. Wer diese Zusammenhänge kennt, plant sein Einkommen während der Kurzarbeit deutlich sicherer.

Für die schnelle Berechnung lohnt sich trotzdem ein zuverlässiger Rechner. Er zeigt sofort, wie viel am Ende tatsächlich übrig bleibt.